#rovenliebtselene

|…| Roven hatte sie ans mittlere Ufer nördlich des Lochs gebracht, von wo aus man einen weiten Blick auf die Umgebung hatte – hinter ihnen die Berge, vor ihnen der See in tiefem Blau. Westlich zog ein orangefarbener Streifen über den Horizont. Die Unterseite der Wolken färbte sich rötlich, genauso wie Selenes Silhouette. Sie ging einen Schritt Richtung Ufer, bis ihre Schuhe beinahe das Wasser berührten, und ließ ihren Blick schweifen. Sie hatte den Mund geöffnet und atmete tief. Ihre Augen begannen zu glänzen. Selene schwieg. Roven hörte ein Zittern in den Atemzügen, ihr Herz schlug schneller. Dann begann sie langsam zu lächeln, immer breiter, und schaute schließlich zurück zu ihm, strahlte ihn dankbar und mit feuchten Augen an und sah wieder geradeaus.
Sie standen dort eine ganze Weile, ohne zu reden. Lauschten der Natur, dem Rauschen des Sees und dem Plätschern der kleinen Wellen am Ufer, dem Wind in den Bäumen und dem fernen Vogelgezwitscher.
Als Selene anfing zu zittern, schirmte Roven sie von hinten ab und legte seine Arme um sie.
„Wenn mir nicht so kalt wäre, würde ich jetzt da rein laufen …“
Er schmunzelte. „Es ist arschkalt. Wirklich. Selbst ich würde kneifen.“
„Vielleicht im Sommer …?“
„Auf jeden Fall! Aber nur nackt. Sonst zählt es nicht.“
Er hörte sie schmunzeln. Sie legte ihre ausgekühlten Hände auf seine und schob sie ein Stück in die Ärmel seines Mantels, kuschelte sich in seine Umarmung und lehnte ihre Stirn gegen sein Kinn.|…|

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Wachsen

Die Augenringe werden dunkler, die Falten tiefer und die Haare in der Bürste heller. Ich bin in einem Alter, wo ich an meine 29 aus Spaß diverse Buchstaben hänge. Ein Alter, in dem der ein oder andere vielleicht zum ersten Mal darüber nachdenkt, wo er in seinem Leben steht, und die Zeit am liebsten zurückdrehen möchte. Aber was wäre denn die Alternative? Gar nicht älter werden? Das klappt nur, wenn man dem Club 27 beitritt und frühzeitig den Löffel abgibt – also keine Option.

Dieses Jahr habe ich meinen Geburtstag ruhiger als sonst empfunden. Davon abgesehen, dass mich sehr viele wirklich herzliche Glückwünsche erreicht haben, die das ein oder andere Tränchen hervorriefen, habe ich den Tag ziemlich entspannt verbracht. Ohne den Druck, dem man sich selbst manchmal an Geburtstagen aussetzt: Du bist jetzt wieder ein Jahr älter! Und? Was hast du erreicht?!

Anfang des Jahres hatte ich mir zum ersten Mal in meinem laaaaangen Leben Gedanken darüber gemacht, was ich dieses Jahr erleben und schaffen möchte (ja, Seelengold steht auch mit drauf :) – aber auch Dinge, die mich ein bisschen Mut kosten. Ich habe sie trotzdem aufgeschrieben und aus dem Bauch heraus von der Löffelliste ein paar Wünsche für 2017 ausgewählt. Und wenn solche Ziele einmal auf Papier stehen, strebt man sie unbewusst an und öffnet sich für Lösungswege, die automatisch zu diesem Ergebnis führen.

Zum Beispiel habe ich mich ein zweites Mal für XLetix angemeldet, ohne groß darüber nachzudenken, ob ich fit genug bin oder noch mal Bock darauf habe, und obwohl ich wusste, wie fürchterlich anstrengend das für mich ist. Mir war egal, dass ich letztes Jahr unterkühlt im Ziel ankam, mir den Fuß überdehnt hatte und der Schlamm drei Tage später noch aus den Ohren rieselte. Was zählte war, dass ich über mich hinausgewachsen bin und Hindernisse geschafft habe, vor denen ich früher weggelaufen wäre.

Ein anderer Herzenswunsch ist, ein Wochenende alleine am Meer zu verbringen. Nur für mich – schreiben, Yoga, am Strand laufen, schwimmen oder einfach nur am Meer sitzen und nichts tun. Es ist mehr eine Sehnsucht, kein fester Plan, etwas Bestimmtes anzusehen oder zu erreichen. Sondern das Bedürfnis, auf mein Herz zu hören und mir etwas Gutes zu tun. Und weil sich dieses Vorhaben durch das Aufschreiben in meinem Kopf festgesetzt hat, habe ich eher unbewusst angefangen, mich mit meinem Umfeld über mögliche Orte zu unterhalten, mich schließlich für einen entschieden, eine Unterkunft direkt am Wasser gefunden und gebucht. Yeah! Und ganz am Anfang dachte ich noch: Ohje, ob ich mich DAS traue …

Ich bin überzeugt davon, wenn wir jedes unserer kostbaren Jahre für die Erfüllung ein paar persönlicher Wünsche nutzen, tut uns das richtig gut und das Älterwerden auch nicht mehr weh.

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Kleinigkeiten III

Es ist schon viel zu lange her, dass ich mich bewusst den Dingen gewidmet habe, die mich täglich begleiten und immer wieder glücklich machen. Kleinigkeiten, denen wir oft keine Beachtung schenken und die wir als selbstverständlich hinnehmen. Egal, ob wir etwas für uns oder andere tun oder es Dinge sind, die von allein in unser Leben kommen – es tut gut, dankbar zu sein!

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Die ersten 20 findest du hier und hier

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Ich liebe …

mich. Ja, richtig. Heute mal mich und nicht dich (was nichts daran ändert, dass ich dich liebe :)

Sei ehrlich, wann hast du dir zum letzten Mal gesagt: Ich liebe mich!? Oder es geflüstert? Wenigstens gedacht? Ganz leise und nur für dich? Schon lange her? Oder … noch nie?

Das müssen wir ändern! So geht das nicht, du kannst nicht jeden anderen lieben und dabei dich selbst vergessen. Denn hey, du bist ein wunderbarer Mensch – immerhin liebe ich dich! Und wenn ich es tue, kannst du es auch ruhigen Gewissens.

Ich vergesse es oft selbst, habe es früher nicht mal in Erwägung gezogen, mir so etwas zu sagen. Warum auch? Ich bin nicht egoistisch oder finde mich so wahnsinnig toll, dass ich mir vor dem Spiegel Küsschen zuwerfe und Liebesgeständnisse mache. Nein, darum geht es nicht. Vergiss mal alles um dich herum, die Menschen, deine Arbeit, die komplette Außenwelt. Und vergiss deine Außenwirkung, ob du gerade gestylt bist oder, so wie ich, in Jogginghose und Antipickel-Creme auf der Couch rumlungerst.

Schließe deine Augen und fühle in dein Herz hinein. Fällt mir manchmal schwer, weil das Laute um uns herum dafür sorgt, dass wir verlernen, uns zu spüren. Als bauten sich Mauern um unser Herz auf und ließen uns selbst nicht mehr heran. Vielleicht weil wir uns in dieser turbulenten Zeit zu selten um unsere Innenwelt kümmern? Aber wenn wir uns darauf konzentrieren, kommen wir durch. Ich liebe mich. Manchmal muss ich das öfter sagen, bis ich etwas merke. Ich liebe mich für all die Gefühle, die jeden Tag in mir hoch- und runtertoben. Für Macken, die niemand versteht. Für Überzeugungen, die andere belächeln. Ich liebe mich, auch wenn ich manchmal falsch reagiere (z.B. wenn ich zu sehr meckere oder etwas persönlich nehme). Ich liebe mich nicht nur, wenn ich kreativ und sportlich bin, sondern auch an Tagen, an denen ich mich antriebslos fühle und nichts zustande bringe (obwohl ich doch eigentlich jeden Tag nutzen möchte). Ich liebe mich, weil ich genau so bin, wie ich eben bin. Trotz Fehlentscheidungen, die ich bereue, aber die lehrreiche Erfahrungen waren. Mit allen guten und schlechten Seiten. Auch mit Pickeln. Scheiß drauf, es gibt Wichtigeres im Leben als unser Äußeres! Nämlich unser Herz und unsere Gefühle und was wir daraus machen. Und wenn du manchmal das Gefühl hast, allein zu sein und niemanden zu haben, der dich so liebt, denk an mich. Ich tue es! Immer! Also kannst du es auch :)

 

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Das Sonnenglas

Mein neuste Errungenschaft fürs Herz: ein Sonnenglas. Sammelt Sonne am Tag und schenkt sie in der Nacht. Auf dem Deckel befindet ein kleine Solarplatte, innen ein paar LEDs. Befüllt mit Ostsee-Sand und Muscheln – ein Stück Sommer und Meer im Glas.

Das Foto hab ich aufgenommen in der kleinen Holperstraße hinter unserem Haus; mit dem Sigma 30mm, 1.4er Blende und zirka 1,8 Sekunden Belichtung, wobei ich das Licht im Glas erst im letzten Moment angemacht hab. Im Hintergrund der Bahnhof.

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Herzrasen

Für deine Frühlingsgefühle … 💙

|…| Als Roven zu ihr schaute, sah Selene wieder auf die Leinwand. Spürte seinen Blick auf sich und ignorierte es, so gut es ging. Sie musste schlucken, spürte Hitze in sich aufsteigen.
„Sieh mich nicht so an“, murmelte sie.
„Dann sei nicht hier …“
Selene schaute zu ihm. Ihr Herz polterte, als wollte es aus ihrer Brust springen.
„Ich kann es hören“, sagte er mit schwachem Lächeln. Ob er registrierte, dass sie ihm aus dem Weg gegangen war?
Sie legte sich die Hand auf die Brust und spürte das Trommeln. „Das ist unfair.“
Mit einem tiefen Luftholen stand Roven auf, ließ die Rohrzange auf den Sessel fallen, kam zu ihr und setzte sich neben sie auf die Couch. Er nahm ihre Hand und legte sie auf seine Brust, und Selene fühlte sein Herz, nicht weniger schnell als ihres, schlagen. Und die Wärme seines Körpers. Er blickte nach unten auf ihre Hand, und sie auf sein Gesicht. Es wäre so leicht, in seine Arme zu fallen. |…|

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Die Berührung

Innerhalb des letzten dreiviertel Jahres habe ich die Sonntagvormittage viel mit Malen verbracht – ein Bild für Freunde, das jetzt stolz im Wohnzimmer hängt. Aufgabe waren Lilie, Sonnenblume und eher wenig Farbe. Der Rest blieb mir überlassen :P

Öl auf Leinwand | 1,00m x 1,60m

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Achtsamkeitstraining

Das Fotografieren war anfangs eher Mittel zum Zweck: Ich wollte qualitativ hochwertige Bilder von meinem kleinen Mistkäfer machen. Doch rückblickend betrachtet, habe ich mit diesem Hobby angefangen, meine Umgebung bewusster wahrzunehmen. Details, besondere Blickwinkel, die Wirkung von ineinander verschränkten Händen, die Tiefe einer Iris. Licht und Schatten, die Besonderheiten verschiedener Tageszeiten, Morgentau, Spinnennetze und Nebel. Gegenlicht und die wahnwitzige Vielfältigkeit von Wolken. Das Geschenk, beim Fotografieren die Zeit anzuhalten.

Wenn ich nicht gerade den viel zu schnell Heranwachsenden knipse, bin ich beim Fotografieren gerne mal allein und gebe mich der Atmosphäre der Umgebung hin. Versuche das Schöne im Alltäglichen zu sehen, Momente oder besondere Stimmungen in Bildern festzuhalten. Ich war früher nie allein nachts draußen, schon gar nicht im Winter. Aber sich die Zeit dafür zu nehmen, trotz Kälte und Wind rauszugehen und nach Motiven Ausschau zu halten, gibt mir das Gefühl, näher am Leben zu sein. Raus aus der Komfortzone und rein in die Wildnis (ein bisschen zumindest).

Alle Fotos – ganz ohne Gelaber meinerseits – gibt’s jetzt auch immer hier.

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Literatur ist …

nicht das, was ist, sondern das, was sein könnte.

Als ich 2008 mit dem Schreiben begann, suchte ich einen Ausgleich zu meinem finanzorientierten Beruf, der mir viel Spaß macht, mich aber nicht für den Rest meines Lebens ausfüllen würde. Malerei und Musik hatten mich viele Jahre begleitet, reichten aber irgendwie nie ganz, um meiner Kreativität genug Raum zu geben. Also begann ich, mich Geschichten abseits der Realität zu widmen, Gedanken und Träume schriftlich auszuformen und festzuhalten.

Meine Bücher erzählen von Liebe und Verlust, vom Leben und Sterben, vom Zusammen- und Alleinsein. Grenzen wird schon im realen Leben eine zu hohe Bedeutung beigemessen, ich glaube, deswegen zieht es mich eher zu Fantasy. Auf dass ich und du träumen und manchmal vielleicht fliehen können. Tausend Leben leben anstatt nur eins. Den Horizont erweitern und unsere Gesundheit fördern :P Dass Worte mächtig und Lesen gut für deine Seele ist, wissen wir beide, sonst wärst du nicht hier!

Warum ständig Liebe?

Wie könnte ich nicht über Liebe schreiben?!

Wir erfahren in unserem Leben so viele Arten von Liebe – zu einem Partner, in dessen Seele wir uns selbst finden, zu unserer Familie und unseren Freunden, zu uns selbst genauso wie Fremden gegenüber und manchmal vielleicht sogar zum großen Ganzen. Egal ob Liebe rein geistig empfunden wird oder körperlich leidenschaftlichen Ausdruck findet, sie bleibt in der fantastischen Literatur und im Alltag dasselbe. Ich möchte das Surreale so real und greifbar wie möglich gestalten. Fantasy muss nicht unlogisch sein, die Schauplätze nicht frei erfunden. So wird die Handlung in meinen Romanen für mich beim Schreiben zur Realität. Dann sitze ich mit meinem Laptop in Island, sehe die endlosen Weiten um mich herum und spüre den nasskalten Wind. Beobachte die Figuren beim Diskutieren, Kämpfen oder Knutschen. Sie atmen und fühlen und meist hat jeder von ihnen mindestens eine Charaktereigenschaft von mir geerbt. Und so hoffe ich, dass die Geschichten auch für meine Leser zu einer Reise werden, die sich echt anfühlt. Die sich vielleicht sogar nach „Heimkehr“ anfühlt.

Bilder: Shane Rounce & Ben White

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Eine Handvoll Blätter 🍃

Wo uns der Sommer manchmal mit Hitze, Trockenheit oder Insekten genervt hat, fehlt er uns an grauen Wintertagen wie derzeit doch ziemlich. An Tagen, an denen die Sonne nicht mal aufzugehen scheint, der Himmel düster und der Wind kalt bleibt. Uns eisig unter jede Schicht Klamotten kriecht und uns unaufhörlich zittern lässt. Eine undurchdringbare Wolkenschicht unsere Stimmung am Boden hält und jeder Anflug von Freude mit einem Peitschenhieb aus Kälte im Gesicht verjagt wird. An Tagen, an denen kein einziges Fleckchen Grün zu finden ist – da vermissen wir den Sommer wohl am meisten.

Die Wärme … im Gesicht und an den Füßen. Wind auf nackter Haut zu spüren. Sonnenauf- und -untergang zu Hause anstelle im Büro zu erleben. Diese grelle Funzel am Himmel überhaupt zu sehen und ihr unser Gesicht lebenshungrig entgegenzustrecken. Licht einzuatmen. Tanzende Flecken unter Bäumen zu beobachten. Das Rascheln der Blätter zu hören …

Ich könnte diese Liste ewig fortsetzen und mich zum Sommer träumen. Vom letzten Spaziergang im September hatte ich noch ein paar Fotos zu liegen. Ein bisschen Grün für graue Tage. Ein bisschen Wärme gegen die Kälte. 💚

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