Hello darkness, my old friend …

Wir haben ein neues Jahr begonnen und Seelengold, mein geliebter Klotz am Bein, darf immer noch nicht fliegen. Mich holt eine altbekannte Erkenntnis ein: es dauert ziemlich lange, ein Buch zu schreiben, zu lektorieren und fertigzustellen. Als ob ich das nicht vorher wusste. :)

Und trotzdem wehrt sich alles in mir dagegen, Seelengold halbherzig zu Ende zu bringen. Vielleicht fällt es mir tatsächlich nicht mehr so leicht wie früher, einen Roman zu schreiben. Vielleicht konzentriert sich meine Kreativität mittlerweile auf etwas anderes. Doch das ändert nichts daran, dass ich Roven & Selene einen würdigen Schliff verpassen möchte. In den bisherigen Wörtern, Sätzen, Momentaufnahmen und Geschichten steckt so viel Herzblut, dass es eine Schande wäre, das Ende nicht mit derselben Sorgfalt anzugehen. Ich kann doch die letzten Kapitel nicht herzlos kopieren, nur um das Buch hochzuladen, drucken zu lassen und endlich im Regal stehen zu haben … Nö! Mach ich nicht. Nicht mal für dich. Sorry. Das ändert nichts daran, dass ich dich liebe und du jedes Glück auf der Welt verdient hast. Aber kein halbherzig beendetes Buch. Da sind wir uns doch beide einig, oder?

Also sehen wir es positiv und feiern Seelengolds Anniversary. Tatsächlich habe ich vor zehn Jahren mit dem Schreiben angefangen. Daraus wurden erst ein und später mehrere Bücher. Somit gibt es für dich – nicht zum Vertrösten, sondern weil wir feiern – einen kleinen feinen Auszug anbei. Viel Spaß! Und fühl dich ganz fest und herzlich gedrückt 💙

Auszug Seelengold

|…| „Roven?“, rief sie.
„Ja, bitte?“, antwortete er hinter ihr.
Erschrocken drehte Selene sich um. Er kam in schwarzer Kampfmontur auf sie zu geschlendert, jede Bewegung strotzte vor Kraft. „Sie haben geläutet …“ Sein Bass bereitete ihr eine Gänsehaut. Er lehnte sich gegen die Wand neben dem Waffenhalter und verschränkte die Arme, wobei das Leder des Mantels unter dem Druck seiner Muskeln knarrte.
Sie schaute hoch zu ihm. „Deine Augen leuchten.“
„Das ist mein tolles Karma.“

Selene lächelte kurz. „Aber beim letzten Mal, als sie geleuchtet haben, warst du wütend.“
Er senkte die Lider und hielt einen Moment inne. Als er seine Augen wieder öffnete, waren sie blau. Blauer als blau. „Besser?“
„Ich hab nicht gesagt, dass es mich stört.“
Sein Mundwinkel zuckte, als ob er sich ein Lächeln verkniff. „Dir ist kalt.“
„Ein bisschen.“ Sie schaute verwundert an sich hinab. „Woher…?“
„Du hast Gänsehaut am Hals“, sagte er belustigt. „Ich hab keinen Röntgenblick.“
„Ah, beruhigend.“ Sie schmunzelte und sah ihm ihn die Augen, versank darin. Plötzlich war ihr nicht mehr kalt. Ein Kribbeln meldete sich in ihrem Bauch.
Er schluckte sichtbar und spannte den Kiefer an. „Lass uns deine Sachen holen.“
„Okay … Teleportation?“
„Mhm, mit dem Bus würde es dauern.“
„Richtig.“ Selene war unsicher. „Wie … nah …?“

Der Akkadier löste seine Arme und hielt ihr die Hand hin. Sie ging zu ihm und nahm sie. Ihr Herz raste plötzlich. Er zog sie in eine kraftvolle Umarmung, bei der ihr kurz die Luft wegblieb. Selene spürte ihn überall um sich herum, roch seinen Duft, fühlte die Wärme. Ihre Nervosität verschwand, er hüllte sie in Geborgenheit. Sie schloss erleichtert die Augen. Nach allem, was geschehen war, kam sie hier nach wie vor zur Ruhe. Nur bei ihm. Solange er sie hielt, würde ihr nichts passieren und alle Last verschwand.
„So nah wie möglich“, flüsterte er heiser und jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken. Sie ließ sich fallen und fühlte die vertraute Ohnmacht, als er sie beide teleportierte. |…|

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