Kaffeeklatsch mit Göttin

|…| „Kannst du dich noch an den Tag erinnern, als ich zum ersten Mal hier war?“, fragte Roven.
Jolina lächelte. „Natürlich! Du warst ein grobschlächtiger Draufgänger, den jedes meiner Worte überforderte.“
„Ja, das stimmt“, lachte er und zitierte sie theatralisch: „Du trägst seit deiner Geburt die Seele eines Hirten, eines Akkadiers in dir. Nur solch eine Seele vermag es, eine akkadische Bestie zum Leben zu erwecken, wenn du als Mensch stirbst.“
Sie lachte. „War das zu viel? Es stimmte nun mal. Ich muss dir doch die Wahrheit erzählen!“
„Machst du das heute auch noch so?“
Sie rempelte ihn an. „Ärgere mich nicht!“
„Und du hast mir sehr deutlich gemacht, dass ich mich mit Naham gefälligst vertragen und keinen Menschen umbringen soll. Sonst reißt du uns in Stücke.
„Mhm, war der Göttin sei Dank, nie nötig.“ Sie sah ihn kurz an. „Würde mir auch schwerfallen.“
„Ach, Quatsch.“ Er zwinkerte.
„Und ich weiß noch sehr gut, wie du deinen neuen tollen, muskulösen und großen, großen Körper bewundert hast.“
Roven schmunzelte. „Ich weiß gar nicht mehr, wie ich als Mensch aussah.“
„Nicht? Ich schon. Du hattest hellrotes, wuscheliges Haar und Sommersprossen. Du warst etwas kleiner, aber trainiert. Warst ein schöner Mann. Hattest schon immer ein gutes Herz.“
„Ich habe Menschen im Krieg umgebracht“, murmelte er.
„So war die Zeit damals. Dafür konntest du nichts.“
„Ich hätte mich auch gegen das Schlachtfeld entscheiden können.“
„Nicht auszudenken! Stell dir vor, du wärst ein Bauer gewesen. Dann hätte ich dir auch noch den Schwertkampf beibringen müssen!“ Jetzt zwinkerte sie.
Er schnaufte. „Ich glaub, auf dem Acker wäre ich vor Langeweile gestorben. Akkadier zu werden, war das Beste, war mir passieren konnte.“
„Schön, dass du es so siehst! Aber Akkadier zu sein, ist nicht alles. Denk ab und zu auch an dich. An Naham und euer Herz.“ |…|

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