#rovenliebtselene

|…| Roven hatte sie ans mittlere Ufer nördlich des Lochs gebracht, von wo aus man einen weiten Blick auf die Umgebung hatte – hinter ihnen die Berge, vor ihnen der See in tiefem Blau. Westlich zog ein orangefarbener Streifen über den Horizont. Die Unterseite der Wolken färbte sich rötlich, genauso wie Selenes Silhouette. Sie ging einen Schritt Richtung Ufer, bis ihre Schuhe beinahe das Wasser berührten, und ließ ihren Blick schweifen. Sie hatte den Mund geöffnet und atmete tief. Ihre Augen begannen zu glänzen. Selene schwieg. Roven hörte ein Zittern in den Atemzügen, ihr Herz schlug schneller. Dann begann sie langsam zu lächeln, immer breiter, und schaute schließlich zurück zu ihm, strahlte ihn dankbar und mit feuchten Augen an und sah wieder geradeaus.
Sie standen dort eine ganze Weile, ohne zu reden. Lauschten der Natur, dem Rauschen des Sees und dem Plätschern der kleinen Wellen am Ufer, dem Wind in den Bäumen und dem fernen Vogelgezwitscher.
Als Selene anfing zu zittern, schirmte Roven sie von hinten ab und legte seine Arme um sie.
„Wenn mir nicht so kalt wäre, würde ich jetzt da rein laufen …“
Er schmunzelte. „Es ist arschkalt. Wirklich. Selbst ich würde kneifen.“
„Vielleicht im Sommer …?“
„Auf jeden Fall! Aber nur nackt. Sonst zählt es nicht.“
Er hörte sie schmunzeln. Sie legte ihre ausgekühlten Hände auf seine und schob sie ein Stück in die Ärmel seines Mantels, kuschelte sich in seine Umarmung und lehnte ihre Stirn gegen sein Kinn.|…|

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